Montag, 27. April 2015

Motherday


Dieser Film bewegt sich haarscharf an der Grenze zum Trash.
Normaler weiße schalte ich sowas nach 10 Minuten weg. Aber aus unerfindlichen Gründen will ich wissen, wie es weitergeht.
Eine Gangster-Familie fällt nach einem missglückten Raubüberfall über eine Privatparty her und nimmt sie als Geiseln.
Überschattet von dem Erscheinen der Mutter der Gangster. Bis dahin hatten sie vielleicht noch eine Chance.
Total schräg. Aber was hier den Verstand fixiert, ist die authentische Darstellung einer nicht unrealistischen Stresssituation.
Man träumt sich in die Story hinein.
Wie würde man selbst handeln? Wer handelt seiner Ansicht falsch? Wie könnte...müsste man dieses Drama beenden?
Das ist wie eine Schulung für Extremsituationen.
Wenn du Psychopathen mit einer Waffe vor dir hast, musst du selbst zu einem werden.
Diese Lehre erkennen die meisten "Opfer" nicht rechtzeitig. Und bezahlen.
Aufrund vieler unvorhersehbaren Wendungen bleibt die Geschichte trotz niveaulosen Ansatzes dauerhaft spannend.

Kann man sehen.

Bild Quelle: headinavice.com

Magic Mike


Hätte ich vorher eine Inhaltsangabe gelesen, wäre dieser Film jetzt nicht Gegenstand meines Blogs.
Es geht um einen Stripper, der ein neues Mitglied rekrutiert und versucht, mehr als nur ein Sex Symbol für Frauen zu sein.
Wirkt erst einmal trocken und irgendwie "schwul".
So denkt man halt als Kerl. Schubladen sind zum Sortieren da.
Aber zum einen hat der Titel Interesse bei mir geweckt und zugegebener Maßen lief der Film echt flüssig an.
Und das macht diesen Film aus.
Eine eingehende Story in einem Milieu, welches ich zu mindestens vorher gar nicht auf dem Schirm hatte.
Ich dachte Stripper gehen tagsüber arbeiten, wären talentiert im Tanzen und gezwungen, sich ein bisschen Geld dazu zu verdienen.
Diese Thesen werden hier authentisch wiederlegt.
Zu alledem befriedigt mich die Erkenntnis, dass man mit einem solch wünschenswerten Leben Probleme hat.
Probleme, die schwer zu fassen sind.
Frauen, die nur mit dir schlafen wollen.
Klingt nicht wirklich nach einem Problem.
Durch die unerwartete Tiefe, die sich im Laufe der Geschichte entwickelt, kann ich es sehr gut nachvollziehen.
Die Scheinwerfer sind ausgeglichen auf die Glanzlichter der Bühne und Abwegigkeiten des Lebens dahinter gerichtet.
Ich bin überrascht, dass gute Leute auch aus schlechten Themen Highlights schaffen können.

Starbesetzung, cooler Soundtrack, unbefangene Schauplätze voller Gegensätze....ich bin bezaubert.

Bild Quelle: videoload.de

Mittwoch, 22. April 2015

Entgleist


Dieses Drama lebt von Anfang an von seiner Story.
Beklemmend, authentisch und sich stetig weiterentwickelnd.
Ein Typ wie du und ich pendelt zwischen mässig erfolgreichen Job und strapazierenden Familienleben.
Man kann sich fantastisch in ihn hinein versetzen.
Wenn er seinen Zug verpasst, wenn er auf Arbeit abgestraft wird.
Schwieriger wird es dann allerdings mit ihm zu gehen, als er eine flüchtige Bekanntschaft nutzt, um sein ganzes Dasein auf´s Spiel zu setzen.
Aber wer würde bei Jennifer Aniston nicht in Versuchung kommen, seinem Alltag Würze zu verleihen.
Schwierige, Moral trächtige Entscheidung, die man zum Glück nicht selber fällen muss.
Filme sind ja dazu da, keine Zeit zum persönlichen hadern zu lassen.
Er entscheidet sich für die Affäre und greift voll in die Scheiße.
Verfehlt. Und doch ist seine Strafe wenig wünschenswert.
Das er auf Bonnie und Clyde trifft und einfach, ja....an die falschen gerät, dass kann einem nur leid tun.
Vor allem, weil er dem selbst erschaffenden Sumpf nicht zu entfliehen vermag.
Dazu ist er einfach nicht geschaffen.
Bis er dann schlussendlich durchgreift. Der Grad des Ertragbaren überschwemmt.
Von Wendungen durchzogen, ringt die Geschichte dem Ende entgegen.
Was hängen bleiben wird, ist einer seiner Flirt Taktiken.
"Ich wette um 20 Dollar, dass ich dich küssen kann, ohne deine Lippen zu berühren."
Sie willigt gespannt ein.
Er küsst sie.
"Das war die 20 Dollar wert."
Find ich toll. Das meinen die Frauen wahrscheinlich damit, dass ein Kerl beim flirten einfallsreich sein muss.

Mittelmäßig sehenswert.

Bild Quelle: skip.at

Donnerstag, 16. April 2015

Amerika von oben


Bestimmt haben schon viele "Deutschland von oben" oder ähnliche Ableger gesehen.
Das Prinzip ist einfach. Es werden Geschichten zu Landstrichen erzählt, Sehenswürdigkeiten vorgestellt.
Und das alles aus der Vogelperspektive.
Man erlebt diese Orte also aus ungewohnter Perspektive.
Ganz klar: Von oben sieht es einfach anders aus.
Diese Doku-Reihe fesselt mich aus einem Grund.
Man lernt in einer Stunde mehr als man in Tagen erfahren könnte.
Im Land der "Meilen" ist Erleben nur unkomprimiert möglich.
Entweder man hat Zeit oder man fährt woanders hin.
Es ist eigentlich nur möglich, ein Teil dieses facettenreichen Landes zu erkunden.
Ostküste, Westküste, Südstaaten....aber keine Chance alles zu sehen.
Das ist der Reiz dieser Serie.
Ich meine, jeder der 50 Staaten ist im Durchschnitt so groß wie Deutschland.
Wie will man dieses Land eigenmächtig erfassen?
So konsumiert man die vorbereiteten Informationen und kann entspannen.
Kann mir irgendjemand mehr als drei Sätze zu Nord-Dakota sagen?
Ich kann es jetzt. Und das ist gut so. Nicht nur, weil es mich persönlich interessiert.
Einen Wermutstropfen gibt es allerdings.
Diese Serie muss entweder aufwendig heruntergeladen werden oder exklusiv auf Sky bezogen werden.
Aber wenn es jeden Mittwoch auf ProSieben kommen würde....

...wäre es nicht der Schatz, den es für mich darstellt.



Samstag, 11. April 2015

Inception



Dieser Film wurde mir seit langem empfohlen und unabhängig davon weiss ich schon um ihn.
Bisher schreckte mich die Vorhersehbarkeit der Story ab.
Typ reist durch die Vergangenheit, um Verbrechen zu verhindern.
Bis ihn ein andere Typ begleitet und etwas schief geht.
Na ja.
Aber jetzt muss ich ihn sehen. Ist eine IdmB-Bewertung von 8,3 zu vernachlässigen?
Ich hoffe nicht.
Am Anfang des Filmes versteht man erst einmal rein gar nichts.
Bis es dann immer action-reicher und beklemmender wird.
Und soweit verstehe ich nun: Es geht nicht um Vergangenheit, es geht darum, in die Träume anderer Menschen einzudringen bzw. sie zu manipulieren, um ihnen Geheimnisse zu entlocken oder ihnen Gedanken einzupflanzen.
Ziemlich komplexes Thema. Soviel ist klar.
Die relative Unglaubwürdigkeit der Story wird aber von der Zuspitzung der Handlung übertrumpft.
Ich weiss die ganze Zeit nicht, ob es nun tiefgründig ist, oder einfach schwer zu verstehen.
Aber irgendwie scheint es mir interessant.
Und die Nummer wird immer rasanter. Die Spannung erträgt Druck, der schon längst alles hätte zerbersten lassen sollen.
Es wirkt wie "Matrix", fast sogar besser.
Es ist ungeheuer, was hier vor sich geht.
Aber am härtesten trift mich dieser emotionale Teil am Schluss.
Da lief der ganze Film doch vorher so leidenschaftslos scheinbar nur auf diesen Augenblick hinaus.

Von mir gibt´s auch locker eine 8,3.




Bild Quelle: rosskingsland.com

Freitag, 10. April 2015

The Zero Theorem


Auf diesen Film habe ich mich verdammt gefreut.
Durch Zufall auf dem Nachhauseweg darüber gelesen. Schicksal.
Die Story stellte sich mir so dar: Zukunftsszenario in einer Parallelwelt, in der eine völlig verrückte Story von einer mathematischen Weltformel handelt.
Das ist der Stoff, aus dem meine potentiellen Lieblingsfilme gemacht sind.
Der Anfang ist schon mal träumerisch anders. Eine völlig überzeichnete Welt.
Wie Alice im Wunderland der Zukunft. Ich finde: Genial!
So wird unser Hauptprotagonist am Anfang von seinem Chef gefragt:
"Was ist das Problem?"
"Wir wollen zu Hause bleiben!"
Ja genau. Sinn im Unverständlichen.
In der Folge wird es so verrückt, dass man fast nicht mehr folgen kann.
Wie man einen solchen Film drehen, bzw. in ihm mitspielen kann, bleibt mir bis zum Schluss völlig schleierhaft.
Und das in unserer heutigen Zeit.
Aber was wirklich schön ist, in diesem ganzen "Chaos".....geht es auf einmal um Liebe.
Und das ist greifbar.
Trotz allem bleibt der Film unfassbar.
Viel zu strange.
Genau wie das Ende absolut aus der Rolle fällt.

Ich weiss nicht, was für Leute sich so etwas einfallen lassen, aber von meiner Seite aus: Danke!

Bild Quelle: cinemasalem.com

Chappie




Die Story ist hier mal neues.
Polizeiroboter beschützen Johannisburg vor, ehrlich gesagt, echt fiesen Gangstern. Erfolgreich.
Bis ein kleiner Trupp dieser Kriminellen solch einen Roboter in ihre Hände kriegen.
Zugespitzt wird diese Angelegenheit, weil der Erfinder dieser Kampfmaschinen gerade diesen Roboter auf den Stand eines Kindes zurückgesetzt hat.
Da riechen unsere Entführer Lunte und versuchen dieses Kind aus Titan für ihre Zwecke zu nutzen.
Das klappt ganz gut, bis sie damit einem viel größeren "Problem" in die Hände spielen.
Die Story wirkt schon ziemlich komprimiert. Etwas mehr Tiefe hat aber die Spielzeit nicht zugelassen.
Vielleicht aber auch gut so, die dünn gesäten Actionszenen erscheinen mir notwendig für´s Geschehen.
Das ich manchmal kurz vor den Tränen stehe, wenn Chappie mit diesem "Mami...Papi"-Ding anfängt, lässt mich relativ sprachlos zurück.
Auch hätte ich nie gedacht, dass am Ende des Films fast Sympathie für die Gangster aufkommt.
Gerade deswegen, weil sie mir am Anfang so unpassend wie kontraproduktiv für die Gesamtstory erschienen.
Am Ende bin ich hochzufrieden. Der Film wirkt sogar noch etwas nach.
Auch wenn der Schluss das mit Abstand bekloppteste ist, was ich seit langem gesehen habe.

Ein Actionstreifen, der keiner ist. Dafür volle Punktzahl.

Bild Quelle: collider.com

Montag, 6. April 2015

Django - Unchained


Diesen Film zu bewerten ist etwas schlüpfrig, da ihn jeder schon gesehen hat.
Und keine Bewertung benötigt.
Eigenes Urteil gebildet. Punkt.
Aber ich schreibe trotzdem darüber.
Einer der seltenen Streifen, die mich bestimmt in ein paar Jahren noch ein drittes Mal fesseln werden.
So stellt man sich den Süden der U.S.A der 60er Jahre vor.
Sklavenhandel, weite Prärie und eine schroffe, weisse Unterschicht von Farmarbeitern.
Was so gar nicht passt, aber den Reiz dieser Geschichte ausmacht, ist das Team aus dem deutschen Kopfgeldjäger Dr. Schmidt und dem ehemaligen afroamerikanischen Sklaven Django.
Wie sie beide interagieren, von einander lernen und zusammenwachsen, das ist herzerweichend.
Da sie Jangos´ Frau aus den Fängen von einen großen Plantagen-Besitzers retten wollen (großkarätige Besetzung), kommen sie schnell an die Grenzen ihrer meisterhaften Fähigkeiten.
Da stehen ihn vorerst andere Charaktere im Weg.
Ich bin kein Freund von Western. Habe ich, glaube ich, an früherer Stelle schon erwähnt.
Aber dieser Streifen ist ein wahres Meisterwerk.
Vielleicht, oder gerade wegen des unkonventionellen Quentin Tarantiono.
Die Atmosphäre ist so anders und bahnbrechend, das man sich vom ersten Augenblick an glaubhaft in der Story gefesselt sieht.

Wer diesen Film nicht gesehen hat, sollte mal über sich nachdenken!

Bild Quelle: videoload.de



Samstag, 4. April 2015

Ruhet in Frieden - A Walk Among The Tombstones


Der Trailer zu diesem Film war unglaublich packend.
Die Story ist hart an der Grenze zur Glaubwürdigkeit.
Da sind zwei völlig kaputte Typen, die Frauen von Großdealern entführen.
Sie erpressen die Dealer. Und schneiden die Frauen trotz Geldübergabe in hundert Stücke.
Hier betritt unser Protagonist die Bühne.
Ehemaliger Ex-Cop. Ehemaliger Alkoholiker.
Er hat keine Lust auf diesen Deal.
Ob die Frau eines Dealers umgebracht wurde, lässt ihn relativ kalt.
Da spielt auch Geld keine Rolle.
Das Berufsbild des Privatdetektektives hat auch immer etwas mit Würde zu tun.
Als die beiden Serienkiller allerdings die Tochter eines Dealers entführen, wird die ganze Sache "persönlich".
Zu weit ist zu weit.
Mit seinem jungen afroamerikanischen Helfer TJ enttarnt er die Reichweite des ganzen Komplotts.
Von Anfang an ist man froh darüber, nicht in diese Story involviert zu sein.
Möchte man nicht tauschen. Möchte man nicht erleben.
Und doch wird man gefesselt. Man bangt dem Ende entgegen. Hofft auf ein Happy End.
Diese Jungs dürfen nicht entkommen, so surreal sie auch sein mögen.
Solche Männer müssen gestellt werden. Von wem auch immer.
Und hier setzt unser Protagonist an. Profi eben.
Es macht Spaß, seinen Handlungen zu folgen.
Das beste an diesem Film ist, das die Brutalität nie Überhand nimmt.
Nicht so die Horror-Manie aller Jigsaw,
Wo alles bis in´s Detail geschildert wird..
Und trotzdem noch Sinn ergeben soll.
Teilweise gleitet der Streifen in´s Vorhersehbare ab. Und ist doch in sich geschlossen.

Wenn es nach mir ginge: 9 von 10 Punkten.

Bild Quelle: videoload.de